Konzept

Für «Mathematik Sekundarstufe I» sind folgende didaktische Grundsätze leitend:


Vier Lernphasen: 1. Einsteigen mit einer zentralen Fragestellung

Es geht in dieser Phase darum, den Kern eines bestimmten Themas zu erfassen.

Eine sachbezogene Fragestellung thematisiert einen zentralen Aspekt des Stoffgebietes. Sie lädt Jugendliche dazu ein, Vorwissen zu aktivieren. Über eine aktive Auseinandersetzung mit den Inhalten wird das gestellte Schlüsselproblem erforscht und verstanden. Sachadäquate Denkstrukturen und individuelle Grundvorstellungen werden entwickelt.

Vier Lernphasen: 2. Vertiefen durch weitergehende Überlegungen

Es geht in dieser Phase darum, ein bestimmtes Thema umfassender zu verstehen.

Die Fragestellung aus Phase 1 wird variiert und weitere Sachverhalte werden untersucht. Dadurch wird die neu aufgebaute Struktur in das individuelle Wissensnetz eingebunden und so in einem grösseren Zusammenhang umfassender (tiefer und breiter) verstanden. Dabei steht der flexible Umgang mit dem Sachverhalt im Vordergrund. Gültigkeitsbereich und Anwendungsgrenzen der neuen Struktur werden erfahrbar.

Vier Lernphasen: 4. Anwenden in weiteren Stoffgebieten

Es geht in dieser Phase darum, das Gelernte flexibel einsetzen zu können.

Die Fragestellungen werden im Sinne von Transferleistungen auf weitere Stoffgebiete ausgeweitet, in welchen die gelernten Begriffe und Verfahren angewendet werden können.

Mathematik soll einen Beitrag zur Lebensbewältigung leisten.

Das Lehrmittel stellt immer wieder Bezüge zum Alltag der Schülerinnen und Schüler her. Sachaufgaben und ganze Sachkapitel haben dabei eine grosse Bedeutung. Allerdings ist bei vielen mathematischen Inhalten der Alltagsbezug nicht direkt erkennbar. Insbesondere bei innermathematischen Themen ist es für die Schülerinnen und Schüler schwieriger, den Bedeutungsgehalt und den Bildungswert wahrzunehmen. Dennoch ist es möglich, bei den Jugendlichen Freude und Interesse an mentalen Herausforderungen zu wecken. Reflexionen über das eigene Lernen bieten die Chance zur individuellen Sinnstiftung.

Vollständige Lernprozesse führen zum Verstehen

Die Mathematik als Wissenschaft zeichnet sich dadurch aus, dass neue Erkenntnisse immer auf (oft vielen) bekannten, bewiesenen Tatsachen aufbauen. Die Mathematik stellt ein eigentliches Netz dar, an dem ständig weiter gewoben wird, indem es nach aussen wächst, oder indem die Maschen dichter verknüpft werden. Alle gespannten
Fäden sind dabei «tragfähig» und wichtig.

Dies gilt grundsätzlich auch für die Schulmathematik: Die Schülerinnen und Schüler entwickeln ein tragfähiges Netz von Begriffen, Strukturen, Fakten und Verfahren, die sie verstehen und situationsgerecht anwenden können.

Vollständige Lernprozesse und nachhaltiges Lernen setzen den Aufbau individueller, sachlich korrekter Grundvorstellungen bezüglich der mathematischen Begriffe und Operationen voraus. Adäquate Grundvorstellungen machen das Wissensnetz tragfähig und ausbaubar. Es gilt also die Entwicklung von Grundvorstellungen zu ermöglichen und zu fördern.

Praxistauglich durch Übersichtlichkeit und Vollständigkeit

Im Interesse der Praxistauglichkeit ist die Abfolge der Kapitel linear und nicht modular gestaltet. Die einzelnen Kapitel bauen auf den vorangehenden auf. Der lineare Aufbau schafft bei Schülerinnen und Schülern die Voraussetzungen zur erfolgreichen Bewältigung der Lernschritte im neuen Kapitel.

Die Verbindung der verschiedenen Lehrwerkteile erfolgt über ein einfaches Nummerierungssystem. Ausgehend von der fortlaufenden Nummerierung der Aufgaben im Themenbuch sind alle weiteren gedruckten und digitalen Angebote klar zugeordnet. Dies macht es sowohl den Schülerinnen und Schülern als auch den Lehrpersonen einfach, den Überblick über das vielseitige und komplette Angebot zu behalten.